›In Concerto‹
Paolo Conte

Auch mit mittlerweile über siebzig Lebensjahren verliert der Kultstar unter den Cantaurori, (so werden in Italien singende Songwriter genannt) kein bisschen seiner Anziehungskraft! Ein echter Kerl, unerschrocken, und doch verfügt er über die gewisse Sensibilität des Vollblutmusikers. Das Publikum scheint jede Bewegung, jeden Wimpernschlag von Conte richtig zu verstehen – muss es auch, denn der Italiener spricht nach wie vor nur in Ausnahmefällen mit seinen Zuschauern.

2012 feierte der Song-Poet mit dem Schnauzbart gleich zwei Jubiläen: seinen 75. Geburtstag und sein 50-jähriges Jubiläum als Aufnahmekünstler. mehr 

So nahm er 1962 zusammen mit seinem Quartett unter dem leicht amerikanisierten Namen Paul Conte seine erste Jazz-EP ›The Italian Way To Swing‹ auf. Weitere zwölf Jahre vergingen bis zum ersten Album unter seinem richtigen Namen. Der internationale Durchbruch gelang schließlich 1979 mit ›Un Gelato Al Limon‹ und 1981 mit ›Paris Milonga‹. Der Cantautore, der im norditalienischen Asti geboren wurde und in Jura promovierte, hat unzählige Konzertreisen unternommen, die ihn weit über Italiens Grenzen hinaus führten. Stets bekam Conte ausgezeichnete Kritiken. Dabei war er anfangs fest davon überzeugt, gar nicht singen zu können. Also schrieb er zunächst für andere, u.a. für Adriano Celentano ›Azzurro‹. Mittlerweile gibt Conte nur noch wenige Konzerte im Jahr, die sehr begehrt sind. Seine Markenzeichen sind noch immer die rauchig-raue Stimme, eine mit tiefen Falten versehene Stirn, sein Kazoo und ein eigenwillig-schönes Klavierspiel, das sich irgendwo zwischen Jazz, Tango, Latin und Chanson bewegt. Begleitet wird Paolo Conte von einem hervorragenden Jazzensemble, das die mitreißenden Hits mit ebenso viel Charisma vorträgt wie die neueren Songs des Albums ›Nelson‹ (2010/Universal). So beschreibt Ullrich Riedler passend: ›Bei Paolo Conte, das belegt dieses großartige Werk, lässt sich noch viel entdecken.‹ Zuletzt erschien im November 2011 die Compilation ›Gong-Oh – The Best of Paolo Conte‹, die 18 der wichtigsten Aufnahmen von Paolo Conte versammelt ebenso wie ein neues Stück. Einmal wieder wird deutlich, dass die Lieder dieses Song-Poeten ebenso hinreißend romantisch, melancholisch, komisch, mit einen Hauch Sarkasmus versehen, schlicht, nie glatt und vor allem zeitlos sind wie Paolo Conte selbst. weniger 

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